SPRACHFÖRDERUNG


Bildungs-Dokumentation
Um die Entwicklung Ihres Kindes erfolgreich begleiten, fördern und herausfordern zu können, ist es erforderlich, von Zeit zu Zeit, sein Verhalten, seine Handlungen, sein Spiel, seine Bewegung, seine Sprache usw. gezielt, unter zu Hilfenahme von BASIC/GABIP/KOMPIK zu beobachten und zu dokumentieren.
Mit Hilfe dieser Beobachtung und Dokumentation erhalten die pädagogischen Fachkräfte Einblick in die individuellen Fortschritte des Kindes. Gleichzeitig ermöglicht die Dokumentation eine auf das Kind abgestimmte, gezielte Unterstützung weiterer Bildungsschritte.

[§ 9]: Zusammenarbeit mit den Eltern
(1) Das Personal der Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen arbeiten mit den Eltern bei der Förderung der Kinder partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammen. Die Eltern haben einen Anspruch auf eine regelmäßige Information über den Stand des Bildungs- und Entwicklungsprozesses ihres Kindes. Dazu ist den Eltern mindestens einmal im Kindergartenjahr ein Gespräch über die Entwicklung ihres Kindes, seine besonderen Interessen und Fähigkeiten sowie geplante Maßnahmen zur gezielten Förderung des Kindes anzubieten. Eltern, die Kommunikationsunterstützung benötigen und deren Kinder in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege betreut werden, haben die Rechte aus § 8 Absatz 1 Satz 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes Nordrhein-Westfalen vom 16. Dezember 2003 (GV. NRW. S. 766) in der jeweils geltenden Fassung in Verbindung mit der Kommunikationsunterstützungsverordnung Nordrhein-Westfalen vom 15. Juni 2004 (GV. NRW. S. 336) in der jeweils geltenden Fassung.
(2) Das pädagogische Personal berät und unterstützt die Eltern und Familien im Rahmen seiner Kompetenzen zu wichtigen Fragen der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes.
(Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen)
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000386


KOMPIK
Kompetenzen und Interessen von Kindern
KOMPIK nimmt sowohl die Stärken der Kinder als auch schwächer ausgeprägte Kompetenzen in insgesamt elf Entwicklungsbereichen in den Blick. Ziel der Beobachtung mit KOMPIK ist es, allen Kindern eine optimale Entwicklung zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen.
KOMPIK ist ein strukturierter Beobachtungs- und Einschätzungsbogen. Der Bogen gibt einen umfassenden Überblick über Kompetenzen und Interessen von Kindern im Alter zwischen 3,5 und 6 Jahren.


GABIP
Die Ganzheitliche Bildungsdokumentation umfasst den gesamten Entwicklungsstand des Kindes. Dazu gehören Einzelbeobachtungen des Kindes, Fotos des Kindes in Spielsituationen und Fotogeschichten. Wir finden es sinnvoll, wenn eine kleine Biografie des Kindes über seine Kindergartenzeit entsteht und nicht nur der reine Entwicklungsstand des Kindes im Mittelpunkt steht. Das Kind wird als individuelle Persönlichkeit verstanden und ganzheitlich in seinem Tun im Kindergarten betrachtet.


BaSiK (U3/Ü3)
Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklung und Dokumentation im Kindergarten.
BaSiK ist ein alltagsintegriertes Sprachbildungs- und Beobachtungsverfahren, das in unserer Einrichtung für alle Kinder von Beginn der Kindergartenzeit an angewandt wird. Es ist ein strukturiertes Beobachtungsverfahren, das einen umfassenden Überblick über die sprachlichen Kompetenzen von Kindern vom zweiten bis zum sechsten Lebensjahr gibt.


Sprachförderung unter dreijähriger Kinder
Der Einsatz aller Sinne, der Nah- und Fernsinne, verstärkt das Erleben, Erforschen, Lernen und Verstehen. Über die Wahrnehmung setzt sich das Kind in Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu Gegenständen, es macht seine persönlichen Erfahrungen. Mit welchem Erfolg die Kinder lernen, hängt im Wesentlichen von gut funktionierenden Wahrnehmungs- bzw. Sinnesfunktionen ab. Wortaussprache erfordert die Aktivierung der drei grundlegenden sensorischen Systeme - taktil, vestibulär und propriozeptiv. Eine anregende Raumgestaltung stimuliert die Wahrnehmungs- und Sinnesfunktionen der Kinder und bietet vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten.
Jedes Kind kann sich seine ganz individuellen Anreize verschaffen, so wie es sie braucht. Die Mitarbeitenden unterstützen durch Beobachtung die Entwicklungsabschnitte der Kinder und fördern sie durch entsprechende Angebote.

Dafür stehen im Raum jederzeit zur Verfügung:
Bilderbücher
Bewegungselemente
Spielen an der Wasserrinne
Schüttmaterialien
Bewegungsräume
Wasserfarben
Fingerfarben
Unterschiedliche Malstifte
Schere und Papier
Knete
Menschen- und Tierfiguren, Autos
Musikinstrumente
Regelspiele
Puzzle
und vieles mehr


Alltagsintegrierte Sprachbildung für Kinder über drei Jahren
Die Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung stellt eine zentrale Bildungsaufgabe dar. Es wird zwischen Sprachbildung und Sprachförderung unterschieden. Alltagsintegrierte Sprachförderung wird als ein durchgängiges Prinzip verstanden, welches sich durch den pädagogischen Alltag zieht und alle Kinder der Gruppe bzw. der Einrichtung erreicht. Sie umfasst damit die sprachbewusste und sprachanregende Gestaltung des pädagogischen Alltags in Kindertageseinrichtungen. Bei der alltagsintegrierten Sprachbildung handelt es sich nicht um ein Konzept mit vorgegebenen Materialien oder Zeiten, vielmehr sollen im pädagogischen Alltag der Kindertagesstätte möglichst viele Sprachanlässe genutzt und geschaffen werden, die auch die individuellen Ressourcen und Interessen der Kinder berücksichtigen. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen dabei die wichtige Rolle des Sprachvorbildes ein und stellen eine sprachanregende Umwelt bereit. Eine alltagsintegrierte Sprachförderung soll sowohl in der Gesamt- als auch in der Kleingruppe stattfinden und Angebote anderer Bildungsbereiche aufgreifen, um individuelle Zugänge zu den Kindern zu finden.


Umgang mit Mehrsprachigkeit
Mehrsprachigkeit stellt weltweit die Regel, nicht die Ausnahme dar. Bundesweit wächst jedes dritte Kind unter fünf Jahren mehrsprachig auf. Die Beherrschung der deutschen Sprache hat sich als eine der wesentlichen Schlüsselkompetenzen für Bildung herausgestellt. Dies gilt insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund. Die Sprachkompetenz und der erfolgreiche (Zweit-) Spracherwerb stellen eine entscheidende Hürde in ihrer Bildungs-Karriere dar.
In unserem pädagogischen Alltag treffen wir auf Kinder mit verschiedenen Muttersprachen, die ein buntes Sprachbild ergeben. Mimik und Gestik als Mittel der Körpersprache sind persönliche Ausdrucksmittel, die die Kinder in sinnhafte Interaktionen treten lassen, woraus Sprache entsteht.
(Bundesrahmenhandbuch / Qualitätsmanagement)


Sprachförderung aller Kinder im Alltag: "Ich bin Max"
Das gesamte Team nimmt am Workshop Language Route "Ich bin Max", unterstützt durch unseren Kooperationspartner BaukastEN, teil.
Die Language Route "Ich bin Max" ist ein pädagogisch-didaktisches Konzept für Erzieherinnen. Ziel ist eine fachlich fundierte, den Kindern in allen individuellen und altersstufenspezifischen Belangen gerecht werdende Förderung der Sprachentwicklung.
Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass nur eine sprachförderliche Gestaltung des Alltags einen wirksamen Einfluss auf die Sprachentwicklung verspricht.
Im Vordergrund steht die Idee des (Sprach)Lernens durch Interaktion in geplanten, aber auch in Routinesituationen:
Kinder sind miteinander und mit Erzieherinnen/Eltern im Gespräch! Im Mittelpunkt steht das Ziel, Alltagssituationen in Kindergärten kreativ zu Sprachförderhandlungen umzuformen.
Das Konzept Language Route wurde in den Niederlanden von der Zentrale für Sprachbildung und einer Arbeitsgruppe führender Psycholinguisten aus Utrecht im Auftrag des Niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft entwickelt und wird seit 2002 in mehr als 6000 Einrichtungen erfolgreich angewandt.
Schon jetzt ist Language Route "Ich bin Max" dort Bestandteil der Erzieherinnen-Ausbildung.
(aus Language Route "Ich bin Max" Internet)


Sprachförderprojekte
Für die Arbeit mit den Kindern, die 1 Jahr vor der Einschulung sind, engagiert sich einmal wöchentlich eine Grundschullehrerin im Ruhestand, mit Schwerpunkt auf Sprachförderung und Kognition, ehrenamtlich in unserer Einrichtung. Zudem arbeiten wir mit dem "Konzept zur sprachlichen Förderung von Kinder". Dieses Konzept wurde von einer Arbeitsgemeinschaft des Kirchenkreises Hagen/Schwelm, zu der auch einer unserer Mitarbeiter gehört, erarbeitet. Durch die Vernetzung der Familienzentren in der Stadt und unserer Kooperationspartner besteht für die Eltern die Möglichkeit, die verschiedensten Sprachförderangebote zu nutzen. (z.B. Rucksackprojekt).


Angebote der Sprachförderung
Sprachförderung findet in unserer Einrichtung jeden Tag statt. Jede Ansprache, jedes Gespräch fordert die Kinder heraus. Die Kinder werden in Gespräche eingebunden und durch Fragen zum Sprechen aufgefordert. Ohne Zeitdruck unterstützen wir die Kinder in ihrer Sprachentwicklung durch:
Lieder,
Fingerspiele,
Reime,
Gedichte und Bilderbuchbetrachtungen.
Genauso verhält es sich bei Regel-und Kreisspielen. Ein ständiger Austausch gibt den Kindern Sicherheit im Sprachgebrauch. In unserer Einrichtung werden wir von einer Musiktherapeutin und zwei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Sprachförderung unterstützt.